Fritz Krauß wurde am 9. März 1903 in Rudolstadt Geboren er wuchs in der Akazienstraße 8 ( heute Freiligrathstraße) in bescheidenen Verhältnissen auf.

1917 riss Fritz Krauß mit 14 Jahren von zu Hause aus und schloss sich der Seiltänzertruppe "Arena Deli" an. Er genoss schon damals das Leben auf Jahrmärkten und Rummelplätzen, und entdeckte seine Leidenschaft für das Puppenspiel. Während er mit der Seiltänzertruppe in Aschaffenburg auftrat, spürte ihn seine Mutter auf und brachte ihren Sohn zurück nach Rudolstadt. Doch er war im Bann des Puppenspiels und Bastelte an seiner ersten Marionettenbühne und Kaufte sich Puppen dazu.

Zu seinem Glück fehlte ihn die Puppenspielerlizenz aber als 16 Jähriger bekam man keine, denn man musste mindestens 25 Jahre als sein und eine eigene Familie haben. Fritz ließ nicht locker und schrieb kurz entschlossen einen Brief an Reichspräsident Friedrich Ebert. Dadurch bekam er die Lizens, jedoch hatte sie eine Einschränkung (darf keine Frau mitführen).

Bild der Holzoper von ca. 1954

Quelle Bild: Frank Krauß

 

In seinem 1 Mann Theater spielte er jede Rolle selbst und war Direktor, Regisseur, Kassierer. Sein Lieblingsstück war"Doktor Faust´s grosse Höllenfahrt" das er für Erwachsene und höhere Schulklassen aufführte.

Nach Texten von Goethe hatte er ein Werk geschrieben, in den sich altes Jahrmarkts Kaspertheater mit traditionellen Puppenspiel mischten und das nach Expertenmeinung ein Bonbon war.

1939 musste er kurz sesshaft werden und meldete sich polizeilich in Hannover an, um während des 2. Weltkrieges seine Lebensmittelmarken zu bekommen. 1941 wurde er zum Militär eingezogen und war Oberschütze, auch in Uniform blieb er dem Kasper Treu. Mit seinem Fronttheater unterhielt er die Soldaten und Offiziere in Frankreich und Wolfenbüttel.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft kehrte er nach Deutschland zurück und mit seiner Holzoper in einem alten Sanitätswagen durch das zerstörte Land zu fahren.

Fritz Krauß lebte in sehr dürftigen Verhältnissen in einen Umgebauten Bauwagen wo er auf Wohltäter angewiesen war die ihn mit Kleidung und Essen unterstützten.

Mit 70 Jahren Baute er die Holzoper nochmals neu auf und brachte dafür Große Opfer. Sein Lieblingstück "Doktor Faust´s grosse Höllenfahrt" wurde vom NDR 1977 aufgenommen und in der Sendung " Hier und Heute" ausgestrahlt.

Zu seinen 60. Berufsjubiläum im März 1979 stattete der älteste Puppenspieler seiner Zeit seinen Wohnwagen mit Komfort aus wie z.B. Heizung, elektrisches Licht und Wasser.

Bis zu seinen 80. Lebensjahr wollte er aktiv bleiben. Danach so verkündete er," Kauf ich mir ne Gießkanne fahr nach Monte Carlo und sprenge die Bank".

Doch dazu kam es nie Fritz Krauß (Kasper Krause) verstarb am 6. März 1980 in Köln. Fritz meinte einst über sich, er sei ein Original, an dem die Errungenschaften der modernen Welt spurlos vorübergegangen sind.

In seiner Geburtsstadt wahr er zuletzt in den 50er Jahren mit seiner "Rudolstädter Holzoper" auf dem Rudolstädter Vogelschießen welches Heutzutage zu dem größten Volksfest in Thüringen geworden ist.

Die Puppen des Kasper Theaters waren noch bis zur Politischen Wende 1990 in Familien Besitz, wurden dann aber vom Dachboden entwendet und sicherlich Verkauft.

Ein Verwandter von Fritz Krauß ist den Rudolstädtern als Boxer Duddy bekannt und Lebte bis zu seinem Tot in Rudolstadt.

Quelle Text: Stadtarchiv Rudolstadt und Frank Krauß


Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!